Der Griechenland – Raubzug

Aus meiner Sicht des ehemaligen Bankiers hat das wirkliche Geschehen in Griechenland nicht das Geringste mit dem zu tun, was uns Politiker (Dobrinth: „Die Griechen sind alle faul!“) und die Medien „verkaufen“ wollen.
Dreh – und Angelpunkt des Raubzuges – denn darum handelt es sich – sind die Staatsanleihen. Das sind Schuldverschreibungen, mit denen sich ein Staat verpflichtet, gegen Vorlage dieser Urkunde (Druckkosten vielleicht 1 Euro) an einem Stichtag einen Milliardenkredit zurückzuzahlen, den er für ein Großprojekt erhalten hat. Griechenland hat Staatsanleihen in einer Größenordnung von ca. 250 Mrd. Euro ausgestellt, ohne dass mir irgendwelche Großprojekte bekannt geworden sind. Warum also hat sich Griechenland verpflichtet, diese aberwitzige Summe, die das GDP des Landes übersteigt, zurückzuzahlen? Was ist mit den Krediten geschehen, die es dafür angeblich erhalten hat?
Betrachten wir mal die handelnden Personen. Da sind zunächst Papandreou, der damalige Ministerpräsident, und der offizielle Berater seiner Regierung, Goldman Sachs.
Mithilfe von allerlei Schiebereien, die die Bankexperten ausbaldowert haben, gelingt es Papandreou, dass Griechenland die Anforderungen der EU erfüllt und sich in den Staatenbund hineinschleichen kann, damit die spätere Haftung gegeben ist. Papandreou hat seine Schuldigkeit getan, aber das Volk hasst ihn.
Also nimmt man ihn aus der Schusslinie und ersetzt ihn durch Loukas Papadimos. Und wer ist Loukas? Überraschung: Ein ehemaliger Goldman-Sachs-Banker! Und jetzt geht es los.
Der lässt die obskuren Staatsanleihen ausstellen, die mysteriöserweise alle bei Goldman Sachs oder – man staune – bei den Lehman Brothers landen. Wenn man aber in den Staatshaushalt Griechenlands blickt und die Krediteingänge in Höhe von ca. 250 Mrd. sucht, kann man nichts finden.
Klartext: Die von Griechenland verbürgten Kredite wurden auf Konten Dritter – oder gar nicht ausbezahlt.
http://www.sopos.org/aufsaetze/4fe868d24dc3d/1.phtml
Jetzt kommen die Ratingagenturen ins „Spiel“. Sie bewerten die Staatsanleihen praktisch mit dem schlechtesten Ranking, weil sie Griechenland als nicht zahlungsfähig bezeichnen. Die Kurse der Anleihen purzeln und die Inhaber, die mit Insiderwissen sie vor dem Kursverfall an Rentenfonds usw. als „mündelsichere Papiere“ weiterverkauft haben, machen den ersten Reibach. Auf dem Kurstiefpunkt kaufen sie die inzwischen floatenden Papiere zu einem Bruchteil vom Markt zurück. Wie es einst Anselm Rothschild nach der Schlacht von Waterloo gemacht hat und dadurch an einem Nachmittag sein Vermögen vertausendfachte. Aber zurück zur Gegenwart.

Jetzt wird der „Europäische Rettungsschirm“ ins Leben gerufen, die EZB gegründet und die ESM-Verträge unterzeichnet. Was passiert? Die Ratingagenturen bewerten die Staatsanleihen wieder als werthaltig und die Kurse steigen in den Himmel. Die Inhaber mussten nur noch dafür sorgen, dass sie ihre Papiere weiter verkaufen können. Das ist längst geschehen, denn dafür wurde die EZB gegründet, die diese Staatsanleihen aufkaufen muss. Also kaufte die EZB vor ein paar Monaten Staatsanleihen für mehrere Billionen Euro. Die aber nur werthaltig werden, wenn der „Rettungsschirm“ greift, an dem Deutschland massiv beteiligt ist, das auch für die Verluste der EZB haften muss.
Nebenbei wurden auch noch riesige Summen mit Kursspekulationen in SWAPS verdient. Was genauso einfach ist wie ein Lottogewinn, bei dem man vorher die Gewinnzahlen weiß. Aber das sei nur am Rande erwähnt.

Jetzt kommt Supermann Schäuble ins Spiel. Der ist nämlich nicht nur ein deutscher Minister, sondern auch noch Gouverneur der EZB mit steuerfreiem Gehalt. Deshalb zeigt er sich gegenüber den Griechen knallhart und lehnt jeden Schuldenschnitt kategorisch ab. Er muss ja die offenen Forderungen seines Institutes EZB aus den Staatsanleihen eintreiben.
Unterstützt wird er dabei von Samaras, dem ehemaligen Premier und Studienkollegen von Papandreou. Gemeinsam sorgen sie dafür, dass die Griechen eine Zwangsabgabe und scharfe Restriktionen aufgebrummt bekommen.
http://www.zerohedge.com/news/2014-01-15/nigel-farage-booms-europe-now-run-big-banks-big-business-and-big-bureaucrats
Wieder tobt das Volk und Samaras wird in bewährter Manier aus der Schusslinie entfernt.

Seine Nachfolger, Tsipras und Varoufakis scheinen bei dem Spiel nicht mitmachen zu wollen. Vor allem Varoufakis riskiert eine große Lippe. Also lässt man ein Referendum zu, dass die „Sparmaßnahmen“ kategorisch ablehnt.
Das stört aber Tsipras überhaupt nicht. Er schmeißt alle Minister, die das Referendum respektieren wollen, raus – auch Varoufakis – und ersetzt sie durch Goldman-Sachs- Getreue und Marionetten von George Soros und Konsorten.

Ergebnis: Man akzeptiert nicht nur die rigorosen, von der Troika geforderten „Sparmaßnahmen“ und Auflagen, sondern gründet einen Fonds, in den das gesamte Staatsvermögen Griechenlands eingebracht wird als Sicherheit für die anstehenden Zahlungen in Höhe von ca. 80 Mrd. der noch offenen Staatsanleihen. Die von den ESM-Staaten bezahlt werden und von denen natürlich kein Cent in Griechenland landen wird.
Resultat: Griechenland ist restlos ausgeplündert, auf Jahrzehnte völlig überschuldet und in der Hand der Gläubiger!

Aber damit ist natürlich noch lange nicht Schluss!
Das nächste Land, das jetzt im Visier ist, ist – Deutschland.
Der neue IWF-Chefökonom Maurice Obstfeld ist der Meinung, dass Griechenland längst pleite ist und stimmt der Auffassung zu, dass Deutschland ohne Auflagen die Schulden der europäischen Schuldenstaaten übernehmen sollte. Er dürfte ein harter Verhandler für Angela Merkel werden.
Da der IWF wohl die mächtigste Organisation auf diesem Planeten ist, dürfte dieser Plan wohl wie immer Schritt für Schritt durchgesetzt werden.
Der zweite Weg, der sich gerade auftut, ist nicht minder erschreckend.
Gestern verkündete der französische Präsident Holland, dass die Schaffung eines Europäischen Zentralstaates die einzig richtige Antwort auf die Eurokrise sei.
Es soll ein Staat aus Frankreich, den Niederlanden, Italien, Belgien, Luxemburg und der BRD geschaffen werden. Mit einer Zentralregierung. Die bisherigen Parlamente, z.B. der Bundestag, sollen zu unbedeutenden Regionalparlamenten zurück gestuft werden.

Betrachten wir beide Szenarien mal genauer:
Wenn die BRD die Schulden der Südländer übernehmen und danach aus dem Euro austreten soll, hätte die BRD neben ihrer eigenen Schulden von ca. 2,1 Billion Euro
noch die Schulden von Italien, Spanien, Griechenland und Portugal am Hintern kleben.
Das bedeutet:
Italien: 2 100 000 000 000 €
Spanien: 1 020 000 000 000 €
Griechenland: 315 510 000 000 €
Portugal: 228 000 000 000 €
Danach folgt dann zwangsläufig der Zwangsaustritt des völlig verschuldeten Landes, das die EU-Kriterien nicht mehr erfüllt, aus dem Euro. Was die Aufwertung der D-Mark und den Zusammenbruch des Exportes nach sich ziehen würde. Da der Binnenmarkt in den letzten 20 Jahren in der BRD systematisch abgebaut wurde, ist anzunehmen, dass es dann in der BRD zu einer Rezession wie in Griechenland kommen dürfte.
Die Maßnahmen des IWF, die dann folgen, haben wir gerade in Griechenland erlebt.
Gute Nacht, Deutschland! Der Letzte macht das Licht aus!

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