Sind Elektroautos wirklich umweltfreundlicher?

Dieses Elektroauto fährt ganz lässig an der Tankstelle vorbei. Aber der Strom muss ja auch irgendwo herkommen Quelle: Popular Science via Getty Images

Es ist egal, ob Elektroautos umweltfreundlich sind

Mit der Debatte über die Vor- und Nachteile der Elektromobilität ist es wie bei allen politischen Diskussionen. In Wirklichkeit geht es nicht um belegbare Tatsachen, sondern um etwas ganz anderes.

Viele Menschen, nicht nur Politiker und Journalisten, diskutieren sich die kleinen Köpfchen heiß, ob Elektroautos wirklich umweltfreundlicher sind, als, sagen wir, ein amtlicher Achtzylinder von Ferrari. Oder meinetwegen auch nur ein wohlklingender Zweizylinder (ja, das gibt es), wie der im Fiat 500.

Wie auch immer, es spielt schlicht keine Rolle. Für Erfolg oder Nichterfolg von Elektroautos hat das Thema Umweltschutz keinerlei Bedeutung. Weil sich einfach niemand für Fakten interessiert. Aus diesem Grund brauchen ja auch ungefähr 70 Prozent aller Deutschen keine Zahlen, um dem amerikanischen Präsidenten Trump eine schlechte Regentschaft zu bescheinigen. Glauben schlägt Wissen absolut zuverlässig. Jedes Mal.

Ja, aber, werden Sie nun vielleicht empört ausrufen, falls ein Elektroauto – wie nicht unüblich, wenn man seine Atomkraftwerke abschaltet – mit Strom aus Kohleenergie durch die Gegend stinkert, dann kann es doch niemals umweltfreundlicher sein als ein normaler Vierzylinder, der mit bleifreiem Benzin betrieben wird.

Intelligente Ladesäulen In New York offenbart sich die Armseligkeit unserer E-Auto-Pläne

Natürlich kann es das nicht, aber wen interessiert das? Niemanden. Vor allem, weil Kohlekraftwerke eher selten in der direkten Nachbarschaft der Fans von Elektroautos stehen, im Gegensatz zum Auspuff des Diesel-Passats vom Nachbarn.

Außerdem geht es in politischen Diskussionen, und das Elektroauto ist hauptsächlich politisch gewollt, niemals um Tatsachen, sondern immer um Gefühle. Es reicht also völlig aus, wenn sich das Elektroauto „umweltfreundlich“ anfühlt – ob es dies tatsächlich ist, spielt weder für staatliche Förderungen noch persönliche Kaufentscheidungen am Ende eine besonders große Rolle.

Hauptsache, das Auto fährt

Erst neulich sah ich ein Foto, das einen Taucher inmitten von Plastikmüll zeigt. Als jemand, der das Meer wirklich liebt, machte ich mir daher die Mühe, die Bildunterschrift zu lesen. Wie erwartet war das Foto nicht etwa in Brighton, Capri oder Eckernförde aufgenommen worden, sondern im fernen Asien.

Früher Traumstrand – heute ein Meer aus Plastik

Das Meer am Playa Montesinos in der Dominikanischen Republik ist bedeckt von einem Teppich aus Plastikmüll. Rund 500 Helfer und dutzende Soldaten versuchen den Strand von angeschwemmten Müllmassen zu befreien.

Und dort, so überraschend dies für linke Nachwuchspolitiker auch sein mag, kippen die Einheimischen schon mal ganz gerne den Müll ins Meer. Bei uns geschieht das traditionell weniger, weswegen Deutschlands Beitrag zum Meeresplastikmüll auch eher zu vernachlässigen ist. Und hindert uns diese Tatsache etwa daran, auf Teufel komm raus Plastikstrohhalme verbieten zu wollen? Nein, tut sie nicht.

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch: Jedes Stück Kunststoff, das in Zukunft nicht mehr im Meer schwimmt, ist ein gutes. Und mir persönlich ist es auch egal, womit mein Auto fährt, wenn es das denn anständig tut. Ich brauche auch keinen aufregenden Lärm, um im Auto Spaß zu haben, dafür habe ich genügend Gitarrenverstärker.

Fakt ist jedoch, Menschen hinterlassen „ökologische Fußabdrücke“, genauso wie viele Tiere übrigens. Dauerreisende Bundestagsabgeordnete und ständig zwischen Wohnort und dem ungeliebten Brüssel hin und her jettende Europaabgeordnete sollten vielleicht einmal einen längeren Blick in den Spiegel werfen und uns normale Menschen in Ruhe lassen, wenn es um ihre Umweltvisionen geht.

Verkehrswende Autofahren, wie wir es kennen, wird es bald nicht mehr geben

Und vielleicht ehrlich sagen, dass sie ihre elektrischen Wunschträume nur auf eine Art umsetzen können, nämlich indem sie den dafür nötigen Ausbau von Stromnetzen von uns ganz normalen Bürgern bezahlen lassen. Über die Stromrechnung, die jeder bekommt, ob Autofahrer oder nicht.

https://www.welt.de/motor/article181261190/Bellberg-Es-ist-egal-ob-Elektroautos-umweltfreundlich-sind.html

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