Die Dummheit und Dreistigkeit der Mainstream-Journalisten ist grenzenlos! Hier bejubelt einer im „Tagesspiegel“ ein Verfahren, bei dem erst Weiden gefällt (er nennt es verharmlosend „schneiden“), dann in einem Spezialofen zu Kohle gebrannt werden und diese Kohle mischt man mit Erde, die dann CO2 binden soll. Der Trottel weiß wohl nicht, dass Bäume nicht nur CO2 binden, sondern auch noch Sauerstoff produzieren. Aber der Masse dieses Volkes kann man wirklich alles weismachen. Also Bauern auf zum fröhlichen Bäumefällen!

Supererde bindet CO2. Ein altes Verfahren aus dem Amazonas elektrisiert die Klimaschützer

In Brandenburg und Berlin gewinnt eine Technik aus Südamerika Fans: Mit Terra Preta entsteht ein Boden, der extrem fruchtbar ist und Treibhausgase bindet. Jens Tartler

Frank Thum führt seine beiden breithüftigen Haflinger in den offenen Pferdestall, der nur aus drei Bretterwänden und einem Dach besteht. Mit der Schaufel verteilt er eine Mischung aus Sägespänen und Pflanzenkohle auf dem Steinboden.

Die Pferde lassen sich dadurch nicht aus der Ruhe bringen. „Die pinkeln gerne auf Sägespäne“, sagt der Ökobauer aus Müncheberg in der Märkischen Schweiz, „da spritzt es ihnen nicht so an den Beinen hoch.“ Aber wozu die Pflanzenkohle? Der 50-Jährige schaut auf und schiebt sein Basecap zurück. „Die Kohle lädt sich durch den Pferdemist und den Urin mit Nährstoffen auf“, sagt er.

Thum geht an den Gewächshäusern entlang, in denen Tomaten, Spitzpaprika und Salate gedeihen. Am Ende des Ganges, hinterm letzten Gewächshaus, liegen Erdhaufen auf dem Beton, auf einem wachsen Kürbisse, die sich wild ausgesät haben. Thum greift in die Erde, die er in einem halben Jahr aus den Hinterlassenschaften seiner Pferde, Pflanzenkohle, Gemüseabfällen und Ernteresten gewonnen hat. „So muss sie aussehen: dunkel und locker“, sagt er. „Hier sind noch kleine Stückchen Pflanzenkohle.“

Frank Thum, einer der ersten Brandenburger Biobauern nach der Wende, hat auf seinem Demeter-Hof „Almas Garten“ einen Kreislauf in Gang gesetzt, der ein Vorbild sein könnte für die Landwirtschaft der ganzen Welt. Thum produziert auf nachhaltige Weise eine extrem fruchtbare Erde, die dazu noch die Erosion der Böden bremst und dem Klimawandel etwas entgegensetzen könnte.

Die Idee ist 7000 Jahre alt

Er zieht mit seiner Frau Ute auf drei Hektar Obst und Gemüse, das er samstags in Berlin, auf dem Markt an der Domäne Dahlem, verkauft. Und macht gleichzeitig etwas, was auch der Weltklimarat IPCC in seinem Gutachten zur Landnutzung vor wenigen Wochen als Instrument gegen die Erwärmung der Erde bezeichnet hat.

Thum und mit ihm Gärtner auf der ganzen Welt nutzen eine Idee, die Menschen im Amazonasgebiet vor rund 7.000 Jahren hatten und die lange Zeit in Vergessenheit geraten war. Terra Preta, also schwarze Erde, heißt der Boden. Die Idee gewinnt täglich neue Anhänger – außer in der Agrarindustrie.

Man muss die Kohle, so wie Bauer Thum es tut, mit Beigaben mischen und so eine dauerhumusreiche Erde herstellen.
Man muss die Kohle, so wie Bauer Thum es tut, mit Beigaben mischen und so eine dauerhumusreiche Erde herstellen.Foto: Jens Tartler

Thum stellt seine Terra Preta nebenbei her. Er schneidet regelmäßig die Kopfweiden im Naturpark Märkische Schweiz, der seinen Hof umgibt. Dafür bekommt er eine Vergütung und kann die enormen Mengen Holz – Äste und Zweige – in einem großen Stahltrichter zu Pflanzenkohle verarbeiten. Den Ofen namens Kon-Tiki – das Modell wird weltweit nachgebaut – hat er in der Dorfschmiede anfertigen lassen. Und die Erde, die er mit dieser Kohle herstellt, lässt seine Kartoffeln so schmackhaft werden, dass die benachbarten Bauern nur noch bei ihm kaufen.

Aus der Terra-Preta-Forschung ist bekannt, dass man mit Holzkohle jahrtausendelang große Mengen an Kohlenstoff im Boden speichern und damit die Bodenfruchtbarkeit durch die Erhöhung des Dauerhumusgehaltes nachhaltig verbessern kann.

Ein Drittel weniger Kohlendioxid

Was das mit dem Klimawandel zu tun hat? In jedem Kilogramm Kohlenstoff, das eine Pflanze während ihrer Lebenszeit gebildet hat, stecken rund 3,6 Kilogramm Kohlendioxid. Kohlendioxid aus der Atmosphäre, das die Pflanze zum Wachsen braucht. Bei ihrer normalen Verbrennung oder Verrottung wird das Treibhausgas jedoch komplett wieder freigesetzt.

Bei der Pyrolyse von Pflanzen, besonders der von Holz im Kon-Tiki, bleibt dagegen ein großer Teil des Kohlenstoffs erhalten. Es sind nach dem Schwelbrand im Ofen mit wenig Sauerstoffzufuhr rund 30 Prozent. Unterm Strich: Die Pflanze entlässt nach ihrem Tod ein Drittel weniger Kohlendioxid in die Luft, als sie ihr entzogen hat. Und das quasi dauerhaft.

Es gibt nur eine Bedingung: Man muss die Kohle, so wie Bauer Thum es tut, mit Beigaben mischen und so eine dauerhumusreiche Erde herstellen.

Wie Bauer Thum nutzten schon Menschen vor 7000 Jahren Pflanzenkohle zur Herstellung extrem fruchtbarer Erde.
Wie Bauer Thum nutzten schon Menschen vor 7000 Jahren Pflanzenkohle zur Herstellung extrem fruchtbarer Erde.Foto: Jens Tartler

„Wir müssen einfach nur die Intelligenz der Indigenen Völker nutzen“, sagt Thum. So lud Thum vor fünf Jahren mit gleichgesinnten Kollegen Haiko Pieplow zu einem Vortrag ein. Pieplow ist einer der wichtigsten Vorkämpfer für Terra Preta in Deutschland. Der promovierte Bodenkundler aus Mecklenburg, von 1990 an im Bundesumweltministerium, heute im Umweltbundesamt beschäftigt, reist durch das Land, um die mystische Geschichte der schwarzen Erde zu erzählen.

Francisco de Orellana, ein spanischer Konquistador, der als erster Europäer den Amazonas von West nach Ost befuhr, entdeckte dort 1542 große Siedlungen auf sehr fruchtbarem Boden. Die Bevölkerungsdichte war so hoch wie in heutigen Großstädten – eigentlich unmöglich auf den normalerweise nährstoffarmen, ausgewaschenen Böden des Regenwaldes. Orellana konnte das Geheimnis nicht aufklären, doch in den 1960er Jahren entdeckten Forscher Überreste der Siedlungen. Als sie tiefer gruben, legten sie eine bis zu zwei Meter dicke Schicht aus Terra Preta frei. Die bestand aus Pflanzenrückständen, Knochen, Fischgräten, Hühnerkot, menschlichen Exkrementen, Tonscherben – und Pflanzenkohle.

Er arbeitet mit dem Pferd statt mit dem Traktor

Es war ein uraltes Wissen der Menschheit, das wieder ans Tageslicht kam. Dort, wo es in diesen Wochen brennt, wo die Flammen auch historische Terra-Preta-Gegenden zerstören. Der Idee an sich aber können sie nichts anhaben. Sie ist wieder auf der Welt.
https://www.tagesspiegel.de/themen/reportage/supererde-bindet-co2-ein-altes-verfahren-aus-dem-amazonas-elektrisiert-die-klimaschuetzer/25000952.html?utm_source=pocket-newtab

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