Ich mag die Qualitätsmedien. Jegliche Form der Hetze ist ihnen fremd. So kommentiert der „Tagesspiegel“ objektiv wie immer und mit angsterfülltem Schaum vor dem Mund organisierte Martial-Art-Kämpfe: „Erstarken der rechtsextremen Szene: Neonazis rüsten sich mit Kampfsport für den „Tag X“. “ Die Deutschen haben gefälligst den Kopf zu senken und still zu halten, wenn jemand mit einem Messer oder einer Machete auf sie los geht. Wo kommen wir denn hin, wenn welche Kampfsport ausüben und Kämpfe auch noch organisiert werden? Das wären ja Zustände wie in den USA!

Neonazis treffen sich zu Turnieren wie dem „Kampf der Nibelungen“ und üben den Straßenkampf. Die Teilnehmerzahl steigt. Politik und Verbände unternehmen nichts. Anne ArmbrechtAlexander Fröhlich

Mitte Oktober kommen sie im sächsischen Ostritz zusammen, Neonazis und Kampfsportler aus Deutschland und Europa. Seit 2013 treffen sie sich zum „Kampf der Nibelungen“, organisiert von „jungen Deutschen“, die „sich nicht unter das Joch des vorherrschenden Mainstreams“ stellen wollen. Vor sechs Jahren waren es 150 Gäste in geheimer Runde, inzwischen sind es Tausend. Ein Bekenntnis zur freiheitlich demokratischen Grundordnung lehnen sie offen ab, der Kampfsport ist für sie nicht „Teil eines faulenden politischen Systems“, sondern „fundamentales Element einer Alternative“.

Für die Neonazis ist der Kampfsport laut Brandenburger Verfassungsschutz Vorbereitung für den „Endkampf der Kulturen“, für den „Tag X“. Die Kämpfer liefern sich einen blutigen, brutalen Schlagabtausch im Ring, fast alles ist erlaubt. Das unterscheidet die „Mixed Martial Arts“ (MMA) von anderen Kampfsportarten.

Die Sicherheitsbehörden sind seit Jahren gewarnt, der Bundesverfassungsschutz stellt im jüngsten Jahresbericht ein „Erstarken der rechtsextremistischen Kampfsportszene“ fest. Veranstaltungen würden zunehmend professionell organisiert mit dem Bemühen, alle behördlichen Auflagen einzuhalten. Extreme Gewalt, rechte Musik und politische Agitation – alles mit behördlicher Genehmigung.

Politik und Sportverbände haben kein Konzept dagegen

Politik und Sportverbände tun sich bislang schwer mit dem Phänomen. „Die Verantwortlichen blockieren sich gegenseitig“, sagt Extremismusforscher Robert Claus von Kompetenzgruppe Fankulturen und Sport bezogene Soziale Arbeit (KoFaS).

An diesem Dienstag stellt er seine Studie zum Kampfsport in der rechtsextremen Szene vor. Die Erkenntnis: Es gibt nicht einmal Ansätze, geschweige denn Maßnahmen zur Prävention, gegen den Trend der Instrumentalisierung des Kampfsports durch Neonazis.

Die Sportpolitik befasst sich bislang nicht mit dem Thema, erkennt MMA nicht als Sport an. „Gleichzeitig arbeiten mehrere Verbände in Konkurrenz zueinander und sind nur bedingt repräsentativ.“ Die Verbände sprechen von „faulen Äpfeln“. Nur ein kommerzieller Veranstalter habe sich glaubhaft positioniert.

Ein gemeinsames Vorgehen, sagt Claus, sei damit unmöglich. „Wenn wir jetzt mit der Prävention anfangen, werden wir die Ergebnisse vielleicht in fünf bis sieben Jahren sehen. Es wäre komisch, wenn wir einen politischen Rechtsruck haben und das nicht auch im Sport sehen würden.“
https://www.tagesspiegel.de/politik/erstarken-der-rechtsextremen-szene-neonazis-ruesten-sich-mit-kampfsport-fuer-den-tag-x/25047084.html?utm_source=pocket-newtab

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